Probentage

29. Oktober 2011

Heute hatten wir unsere letzte Probe und auch die Generalprobe. Zwar immer noch im Probensaal der Universität, aber dafür ist die Freude auf eine tolle Akustik im Seoul-Arts-Center umso größer!


Da wir an beiden Tagen schon morgens angefangen haben zu proben, hatten wir immer den Abend für Privates zur Verfügung. Heute, am zweiten vollen Tag nach dem Flug, hat sich die Gruppe eindeutig in zwei Lager gespalten: in diejenigen, die nach der Probe um 18.00 Uhr voller Tatendrang sofort losziehen, um noch möglichst viel von der Stadt zu sehen und die unbedingt auswärts und garantiert koreanisch Essen wollen; und in diejenigen, die allen bekannten Jetlag-Regeln zum Trotz sofort Richtung Bett steuern. Die Wirkung eines langen Fluges mit Zeitverschiebung ist immer anders und auch bei jedem sehr verschieden. Die einen kommen an , schlafen , wann sie Zeit und Lust haben und sitzen locker konzentriert in allen folgenden Proben. Andere quälen sich mit Müdigkeit, wenn Konzentration gefragt ist und sind dafür ab halb Vier am Morgen hellwach . Das gute an diesem Projekt ist, dass wir vor so lange vor dem Konzert angereist sind und es somit jedem möglich ist, bis morgen Abend ausgeruht und konzentriert das Konzert zu spielen.
Unserer Begegnungen mit den Menschen hier sind sehr nett, offen und lustig. Wenn man zum Beispiel auf der Straße seinen Stadtplan zückt, dauert es nur ein paar Sekunden , bis man herzlich und oft in bestem Englisch angesprochen wird. Verloren gehen kann man also hier nicht, obwohl auch orientierungstarken Musikern nach wenigen Metern jeder Bezug verloren geht. Das liegt einerseits an der Straßenführung , die unergründlich gebogen und gekurvt verläuft , jedenfalls niemals rechtwinklig, und andererseits an den Straßennamen, die für unsere Verständnis alle zu ähnlich sind.
Unsere Erfahrungen mit dem Essen sind vielfältig und unterschiedlich : manche waren noch keinmal in einem Restaurant essen, weil sie an den leckeren Garküchen mit kleinen Snacks nicht vorbeikommen und somit satt sind, wenn Zeit für ein richtiges Essen wäre. Andere haben direkt am ersten Tag so tolle Restaurants gefunden, dass sie bei jeder Gelegenheit wieder hingehen. Wieder andere wollen jeden Tag etwas anderes probieren und es ist immer spannend und interessant, wenn wir spätestens beim Frühstück unsere Erfahrungen austauschen.
Und da wir ja , wie anfangs erwähnt, die eigentlich für morgen geplante Generalprobe heute schon gemacht haben, haben wir morgen bis zum Nachmittag frei!
Wir freuen uns auf das Konzert , hoffen auf einen vollen Saal und darauf, dass das Publikum so begeistert von der h-moll-Messe sein wird wie René: egal, welches Chaos durch verspätete Busse oder übermüdete Musiker um ihn herum herrscht: Er dirigiert in jeder Probe mit einer Hingabe, die man nur bewundern kann. Sein Kommentar zum Stück ist folgender: „ Das Schönste an der h-moll-Messe ist..( verschmitztes Lächeln, kleine Kunstpause..) : dass sie in h-moll ist !!!! ( triumphierendes Lächeln! )
Da kann man sich doch nur noch freuen!

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